Wie war 2017? Die 2. Fußball-Bundesliga: Sensationelle Störche und arme Teufel

Klar, das Spotlight der großen Öffentlichkeit liegt auf dem Oberhaus mit seinen Klubs und bei den Nationalkickern. Hier geht es um die spektakulären Matches und die großen Titel und Pokale. Mal diese Wow-Effekte abgezogen, bleibt: Bayern wird Meister, wenn nicht sporthöchstgerichtlich noch was anderes bestimmt wird, und unten tummeln sich hauptsächlich die üblichen Verdächtigen. Nee, so rein spannungsmäßig ging es zuletzt erheblich mehr in der 2. Liga ab.

Hannover und Stuttgart beendeten im Sommer erwartungsgemäß ihr einjähriges Gastspiel unten, und mit dem MSV, Holstein Kiel und Jahn Regenburg kamen nun keine Klubs dazu, die mit Sponsor-Millionen in der Hinterhand nur auf der Durchreise waren wie vor Jahren Hoffenheim und Leipzig. Vor dem ersten Anpfiff konnte niemand halbwegs verlässlich prognostizieren, wie sich das Tableau sortieren würde. Die größte Überraschung kam dann aus dem höchsten Norden.

Schafft Holstein den Durchmarsch?

Die Störche aus Kiel. Die letzten drei Saisons im Unterhaus spielte der Meister von 1912 in den Jahren 1978 bis 1981. Danach pendelte die Kicker mit den roten Stutzen darunter – und bejubelten den Vize-Titel  in der 3. Liga 2017 und den Aufstieg entsprechend frenetisch mit dem Anhang. Dass das Holstein-Stadion teuer renoviert werden musste – geschenkt. Den Deal für eine nur sorgenfreie Spielzeit hätte halb Schleswig-Holstein blind unterschrieben. Die erste Halbserie endete jedoch sensationell mit der Herbstmeisterschaft für Trainer Markus Anfang und seine Jungs. Der Mann mit dem motivierenden Namen hat offenbar einen Plan und ein verschworenes Team. Bei fast jedem Trainerwechsel in der ersten Liga ist er mittlerweile als Nachfolger in der Verlosung. Für Kiel ist zu hoffen, dass er den Verlockungen widerstehen kann. Ja, zuletzt gab es vier Remis (darunter allerdings auch drei gegen Co-Aspiranten für den Aufstieg) und im ersten Spiel der Rückserie ein 1:3 in Sandhausen. Doch schon gegen Union kann der Bock wieder umgestoßen werden. Und dann könnte der Durchmarsch doch noch glücken. Wie sang Tom Petty selig: „The sky is the limit“ …

Dünne Luft an der Tabellenspitze

Aber oben ist es eng. Kein Team kam ohne Schaffenskrise davon. Schon gar nicht die Fortunen aus Düsseldorf, die mit ihrem 1:0 in Braunschweig zum Rückrunden-Start ihr Comeback an der Spitze der Tabelle schafften. Vorher hatte es ja mal gleich drei Pleiten und drei Unentschieden in Serie gegeben. Dass es damit nicht steil nach unten ging, war nur der schwächelnden Konkurrenz zu verdanken, die parallel auch ihre Ergebniskrise nahm. So blieb der 1. FC Nürnberg, auf Eins nach den ersten beiden Spielen, in Schlagdistanz. Düsseldorf 34, Kiel und Nürnberg jeweils 33 Punkte – die Clubberer können weiter auf eine Rückkehr in der ersten Liga hoffen. Dafür müsste aber ihr schwedischer Goalgetter Mikael Ishak, bislang mit zwölf Treffer Spitze, weiterhin verlässlich putten.

Darunter reißt es etwas ab. Union Berlin etwa, vor der Saison einer der Favoriten für einen Platz unter den ersten drei, ist seit fünf Spieltagen sieglos, hat Trainer Keller Anfang Dezember gefeuert. Nachfolger Hofschneider konnte bislang nicht für den Umschwung sorgen. Ex-KSC-Coach Markus Kauczinski schon. Der folgte bei St. Pauli dem glücklosen Lienen-Nachfolger Janßen nach und führte den Liga-Primus in Sachen Zuschauer-Zuspruch mit einem Unentschieden und einem Sieg gegen Bochum fürs Erste wieder ins gesicherte Mittelfeld. So etwas erhofft sich der SV Darmstadt auch von der Rückkehr von Kulttrainer Dirk Schuster. Der Erstliga-Absteiger beurlaubte Frings nach der Pleite in Aue und Platz 16 zum Hinrunden-Ende. Der Re-Start Schusters bei der ebenfalls abstiegsgefährdeten SpVgg Greuther Fürth ließ den Lilien aber noch Platz nach oben: 1:1.

Kann sich Lautern noch retten?

Dramatischer noch ist die Situation für den 1. FC Kaiserlautern. Die Pfälzer beendeten 13 der bislang 18 gespielten Runden mit der roten Laterne. Schon im September musste Routinier Norbert Meier gehen, Manfred Paula überstand nicht seine Probezeit, und Jeff Strasser glückte in keiner Phase eine Trendwende. Mit zwölf Punkten hat man bereits sechs Zähler Rückstand auf den 17. aus Fürth. Der Silberstreif zum Jahresende für die roten Teufelchen vom Betze: Mit Ingolstadt und Nürnberg zwang man zuletzt zwei Teams aus der oberen Hälfte zur Punkteteilung. Es bleibt spannend!

Wie war 2017? Die Fußball-Bundesliga: Alte Füchse und junge Wilde

Schaut man auf die Jahres-Abschlusstabelle der Bundesliga, denkt man: Fast alles beim alten. Bayern ist zum siebten Mal in Folge Herbstmeister, und hinten stehen mit u.a. Werder und dem HSV Teams, die auch in den vergangenen Jahren mehr oder weniger wackelten. Aber es gibt da auch Irritationen: Was macht da Schalke auf zwei, und schrieb der 1. FC Köln, mit riiiesigem Abstand Schlusslicht, nicht gerade erst eine der jüngsten Erfolgsstorys des deutschen Fußballs?

FC Bayern: Jupp I. kehrt zurück

Vielleicht kann man das Liga-Jahr am besten anhand seiner Trainern erzählen. Die prominentesten Turbulenzen betrafen den Meister. Üblicherweise inszenierte der FC Bayern die Coach-Wechsel ja in der Art von Thronfolgen. Dem dreifach gekrönt abdankenden Jupp I. folgte Superstar Guardiola nach, der brav die Heimattitel ablieferte, aber eben nicht den europäischen. Er fremdelte mit Münchens Tümeligkeit, Abhilfe sollte Mario Ancelotti schaffen, der in Italien, England, Frankreich und Spanien die Pokale nur so gesammelt hatte. In der ersten Saison wirkte der lässige Italiener tatsächlich wie eine frische Brise für die Bayern. Wie von allen Systemzwängen befreit, wirbelten Ribery & Co. zum 27. Landesmeistertitel. Doch in der neuen Spielzeit war der Glanz weg. Pleite am 3. Spieltag gegen Hoffenheim, die Mannschaft wirkte lethargisch, die Spieler klagten über lasches Training, und auch europäisch glückte wenig. Nach dem 0:3 bei PSG zogen Rummenigge und Hoeneß die Reißleine. Mit der Rückkehr des alten Monarchen Heynckes aus dem Ruhestand änderte sich alles, sofort. Der alte Fuchs befriedete Zwiste der Teamfraktionen, intensivierte die Übungsarbeit und das schnelle Spiel über die Flügel. Zurück in die Zukunft, elf Punkte Vorsprung – und nun baggern die Bosse beim alten Jupp schon um die Verlängerung. Er ziert sich, noch.

BVB: Peter II. ist da

Bis zum siebten Spieltag strahlten die alten Rivalen aus dem Pott in fast überirdischem Glanz. Unter Peter Bosz, Nachfolger des trotz Pokalsiegs ungeliebten Tuchels, spielte der BVB makellosen Offensiv-Fußball wie im Rausch, nur ein Remis, das erste Gegentor gab es im sechsten Spiel beim 6:1 gegen Mönchengladbach. Eingeleitet vom 2:3 gegen Leipzig, der ersten Heimpleite nach 41 Ligaspielen, folgte aber ein Absturz von geradezu alttestamentarischer Wucht. Bosz reduzierte das Risiko im Mittelfeld, setzte ein tapferes Gesicht auf, aber er konnte das fallende Messer nicht aufhalten. Fünf Niederlagen, drei Unentschieden, kein Sieg. Seine Mannschaft wollte noch, aber sie konnte nicht mehr. Der Kopf. Ausgerechnet Peter Stöger sollte die Wende bewerkstelligen – und schaffte es.

1.FC Köln: Absturz und Neustart

Der Österreicher, mit Europa-League-Teilnehmer Köln noch einer der Trainer der letzten Saison, war im fünften Jahr beim FC selbst gerade erst rausgeflogen. Nach 14 Spieltagen hatten die Domstädter nur drei Punkte auf dem Konto und keinen Sieg. Der profitable Verkauf von Torjäger Tony Modeste konnte in keiner Weise kompensiert werden. Bei seinem neuen Arbeitgeber startete Stöger mit zwei Siegen – und die gelbe Wand singt: „Es gibt nur ein‘ Peter Stöger …“ Seinem Interims-Nachfolger am Rhein, Stefan Ruthenbeck, glückte im letzten Spiel der Hinrunde den allerersten Dreier: 1:0 gegen desolate Wolfsburger. Die waren auch im Trainer-Karussell mitgefahren. Martin Schmidt, ehemals in Mainz auf der Bank, konnte die Wölfe mit vielen Remis auf überschaubarem Niveau stabilisieren.

Schalke 04: Mentalitätsmonster

Stabilisieren konnte sein Team auch DER Trainer der Hinrunde: Domenico Tedesco. Der 32-jährige Nagelsmann-Kumpel aus dem Trainerjahrgang 2016 legte die Latte für die restliche Saison aber mal gleich ganz hoch: Platz zwei für Schalke 04. Am Mikrofon jongliert er unfallfrei mit aufgeladenen Begriffen wie Demut und Anstand und Vereinstradition – und im Stadion machte er die ehemalige Diva aus Gelsenkirchen binnen eines halben Jahres zu einem im Spielsystem sicheren und flexiblen Mentalitätsmonster. Unvergessen und unvergesslich, wie sein Team am 13. Spieltag unter Führung des alten Naldo aus einem 0:4 zur Pause noch ein 4:4 machte. Im letzten Ligaspiel legte Schalke noch mal nach und egalisierte ein 0:2 in Frankfurt in den letzten Minuten. Da wächst was Großes.

Und natürlich: der Videobeweis

War sonst noch was? Natürlich der Aufreger überhaupt: der Videobeweis. Das umstrittene DFB-Tool zur Abschaffung ungerechter Schiri-Entscheidungen deckte manche Schwalbe und Abseitsstellung auf, aber sie hatte auch unschöne kollaterale Schäden parat. Jubel unter Vorbehalt – vielleicht deckt die Kamera noch ein Regelverstoß auf. Lange Pausen in den Spielen – der Schiri muss immer wieder zum Monitor pilgern, um seinen Augenschein zu bestätigen oder zu widerlegen. Autoritätsverlust des Unparteiischen – jeder Pfiff ist nur ein Pfiff bis zum Beweis des Gegenteils. Die ersten 17 Spieltage mit dem Experiment waren nicht überzeugend.
Schauen wir mal, was die Rückrunde bringt.

Wie war 2017? Ein fast perfektes Jahr für das DFB-Team

Hey, wir hoffen, ihr alle erlebt gerade schöne Feiertage in der perfekten Balance zwischen etwas Stille Nacht und Spaß mit der Familie. Einer gefährlichen Überdosis an Besinnlichkeit stellen wir allerdings vorsichtshalber doch diese kleine fußballerische Rückblick-Serie entgegen. Und Anpfiff: Was hatten die Männer mit dem Adler auf der Brust 2017 zu bieten?

Dieses Jahr zwischen den Turnieren konnte keine großen Titel versprechen. Da ging es mehr um die kritische Bewältigung der EM 2016 mit dem Aus im Halbfinale gegen Frankreich, um eine möglichst makellose Quali für die WM in Russland und um die Sicherung der Kontinuität des Teams auf hohem Niveau für die Zukunft. Und auf diesem Wege sprang dann doch ein Titel heraus – kein großer, aber einer, der auf schon besondere Weise errungen wurde.

Makellos weiße Weste

„Unbesiegt“ steht für 2017 in der Bilanz des Weltranglisten-Ersten. So etwas glückte dem deutschen Team zuletzt vor 20 Jahren. Mit dem letzten Spiel, gegen EM-Finalist Frankreich, drohte die weiße DFB-Weste aber doch noch einige unfeine Spritzer zu bekommen. Die flinken Mbappé, Martial und Lacazette demonstrierten, dass viele Experten Les Bleus zu Recht als Topfavoriten für den WM-Titel 2018 ranken. Löw sprach dann von „Verbesserungspotenzial“. Und man hat deutlich sehen können, was er meinte. Der Abwehr um Hummels bzw. Rüdiger und Süle stand manches Mal ein deutliches Fragezeichen über dem Kopf. Da fehlte oft Frische, gedankliche Fixheit und Nervenstärke. Und Can bzw. Plattenhardt waren (noch) keine passenden Ersatzleute für das A-Team auf den Seiten, Kimmich und Hector. Trapp, unerklärlicherweise nur PSG-Nummer 2, brachte sich als ebenbürtiger Vertreter Neuers in Position. Vor allem hinten zwackt der zweite Anzug aber unter dem Strich noch. Als sich alle mit der Pleite auf der Zielgeraden schon abgefunden hatten, rettete Stindl in der Extrazeit das 2:2-Remis. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte unser Mann des Jahres erzielt.

Geglückte Casting-Show für die Nachrücker

Er begann als „Überflieger“ der unsympathischen Sorte. Timo Werners lange geleugnete Schwalbe gegen Schalke sorgte danach für gellende Pfiffe gegen ihn in sehr vielen Liga-Stadien. Wie er dann auf kurzen Beinen mit hoher Frequenz beim Confed-Cup durch gegnerische Defensivreihen wuselte, ließ den deutschen Fans das Herz aufgehen. Er war vielleicht der größte Gewinner des Turniers, das der Bundestrainer zur Überraschung vieler als Casting-Show für Nachrücker inszeniert hatte. Und es wurde zur genutzten Chance für (noch) Hoffenheims Kante Wagner und Gladbachs Stindl (3 Tore), beide mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum schon in Greifnähe, und für Nachwuchsleute wie Goretzka (3 Tore), Rudy, Süle und eben Werner (3). Und nach dem Finalsieg von Deutschland B gegen die starken und erfahrenen Chilenen fabulierten manche schon euphorisch, wir sollten bei WM und EM doch am besten gleich mit zwei Teams antreten.

Tatsächlich hat sich Löw mit seinem Coup in eine einerseits beneidenswerte, andererseits verzwickte Situation gebracht. Die Anfang-Zwanziger setzen die Weltmeister um Boateng, Müller und Özal unter Druck. Schön. Und Löw kann aus einem riesigen Reservoir bereits erprobter Leuten schöpfen. Aber wenn der Teamchef den Kader für Russland zusammenstellt, werden allseits erwartete Namen eben auch nicht auftauchen. Im Vorfeld wird das für heißes Feuer von Fans und regionaler Presse sorgen, es wird auch laute Unzufriedenheit von Übergangenen geben. Und wenn die Weltmeisterschaft nicht wie erhofft läuft, werden es Millionen schon lange vorher besser gewusst haben.

Die WM in Russland kann kommen!

Aber ist das zu erwarten? Nein. Durch die Quali ist die DFB-Auswahl gegangen wie ein heißes Messer durch weiche Butter. Gegen starke Gegner hat sie wie immer Comebacker-Qualitäten bewiesen. Und die Gruppengegner in Russland, Mexiko, Schweden und Südkorea, bieten den passenden Mix aus zu bewältigender Anforderung einerseits und Muss-man-schaffen. Und danach ist eben alles möglich. Wollen wir mal sehen, ob den ewigen Unglücksraben Gündogan und Reus doch noch ein tolles Turnier beschieden ist – und ob der Jogi sie überhaupt mitnimmt.
Man darf sich freuen auf 2018!

Fröhliche Fußball-Weihnachten!

Auch wenn die zarten Dinger an der Tanne grundsätzlich mal die richtige Form haben – den saftigen Vollspannstoß halten sie in der Regel nicht aus. Heißt: Kugeln lieber am Ast lassen und auf Feier-Modus switchen. Die offizielle Vereinsweihnachtsparty haben die Bundesliga-Stars hinter sich, und die Fotos mit den strahlenden Gattinnen sind bei der Presse erschienen. Beim FC Augsburg lief das aber mit etwas reduziertem Besinnlichkeitsfaktor, das Team schmiss sich in Kostüme: Trainer Baum und Frau gaben Agassi/Graf, Rani Khedira kam als Comedian Ali G. und Kanonier Gregoritsch, der ja schneller als sein Schatten schießt, als Comicheld Lucky Luke. Gesichtet wurden auch Darth Vader, Mr. Incredible und He-Man. Bei Austria Wien lief es noch wilder, da hatte Stadionsprecher Gruber als Zeremonienmeister im Rathaus sogar einen Affront für Coach Thorsten Fink zu bieten: „Vielleicht ist zur Eröffnung der Generali-Arena 2018 ja Peter Stöger schon frei“, schmähte er auf offener Bühne. Dazu dürften viele BVB-Fans in diesen Wochen eine spezielle Meinung haben. Aber die freuen sich ja gerade vor allem auch über ein unvermutetes Aubameyang-Extra-Vertragsjahr zum Fest der Liebe.

Manche Weihnachtsgeschenke sind eben quasi schon ausgeliefert. Der Robert Lewandowski hat von seinem Klub ein Back-up bekommen, für 12 Mios kommt Sandro Wagner. Außerdem nahmen sich die Bayern seine Kritik im „Spiegel“ zu Herzen, dass sie für internationale Ambitionen zu wenig Geld in die Hand nähmen. Hoeneß kündigte nun an, auch mal 70-Mio-Transfers stemmen zu wollen. Richtig Bescherung war dagegen schon für Dembélé, nee, nicht für den Ex-Borussen, sondern für Mousa, der bei den Hotspur in England spielt. Der hatte sich in seiner Geburtsstadt Antwerpen das Hotel „De Gulde Schoen“ gekauft, also „Der goldene Schuh“. Und damit bewies er ein total goldenes Händchen. Bei Umbauarbeiten im Keller fanden Archäologen im 700 Jahre alten Gemäuer Porzellan, Gläser und Keramik aus dem 18. Jahrhundert. Wert: 1 Mio. britische Pfund. Na, fröhliche Weihnacht, Mousa.

Was die Rasenplatzhelden mit ihren Familien an Heiligabend anstellen, haben sie uns gegen jede Absprache vorab leider nicht mitgeteilt. Da sind wir auf Mutmaßungen angewiesen. Wir stellen uns das so vor: Während „Jingle Balls“ ertönt, liefern sich Papa und Söhnchen ein Familienduell im Ball-Hochhalten direkt neben dem geschmückten Nordmann, während Mama mit hysterischer Stimme mahnt, doch auf die brennenden Kerzen zu achten. Nach dem Löschen und kleinen Aufräumarbeiten wird dann gemeinsam die fußballerische Weihnachtshymne mit den flexiblen Vereinsnamens-Slots gesungen. Bei den Papadopoulossen aus Hamburg etwa klingt die so: „Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling, kling, Glöckchen, kling. HSV wird Meister, Werder Bremen Zweiter, Bayern wird nur Dritter, hach, wie ist das bitter.“ Ja, in dieser Jahreszeit ist auch mal Träumen erlaubt.

Nach der Bescherung ziehen sich die Kids mit ihren FIFA-Games an die Konsolen zurück, während die Nationalelf-Väter sich mit „Das Wunder von Bern“ für Russland 2018 in Siegesstimmung bringen – die Szene mit dem Kaninchen wird überspult, sonst sagt der gerade erst verspeiste Truthahn unvermutet wieder Kuckuck bei der zart besaiteten Gemahlin. Bloß die Kramers aus Mönchengladbach holen sich lieber das Finale 2014 in Rio von der Festplatte, mal wieder die Erinnerung auffrischen. Und am Ende werden sie alle den Clan noch mal in Positur stellen: für das Weihnachtsgruß-Foto für Facebook und die anderen sozialen Netzwerke.

In diesem Sinne: Feiert alle schön!
Euer Karlo Nuntii!


P.S.: Wenn ihr über den Boxing Day Bock auf ein paar Tipps habt, dann schaut doch mal in unserer brandneuen Premier League Bühne vorbei!

Leicester gegen Manchester United: Wo brennt der Baum?

Volles Programm in der Premier League rund um Weihnachten. Im Topspiel am Samstagabend (20.45 Uhr) trifft Leicester City auf Manchester United. Beide Teams sind unter der Woche im League Cup ausgeschieden und hoffen, ihren Fans einen Sieg unter den Tannenbaum legen zu können. Während die Red Devils gegen Zweitligist Bristol City die Segel streichen mussten, hatten die Foxes Manchester City am Rande einer Niederlage und mussten sich erst im Elfmeterschießen geschlagen geben. Wer schüttelt das Pokal-Aus kurz vor dem Fest besser aus den Kleidern?

Team-Tipps Leicester
Seit der Franzose Claude Puel das Zepter schwingt läuft es gut für den Sensationsmeister von 2016. Nur zwei der letzten 12 Ligaspiele gingen verloren, zuletzt setzte es jedoch eine überraschend klare 0:3-Niederlage gegen Crystal Palace. Mit einem Sieg könnten die „Füchse“ einigermaßen den Anschluss an die internationalen Plätze halten. Mit 26 Punkten rangiert man derzeit auf Platz acht, allerdings bereits acht Zähler hinter dem Siebten Tottenham. Die Heimbilanz nach 18 Spieltagen ist mit vier Siegen, einem Remis und vier Niederlagen ausgeglichen.

Team-Tipps Man United
Nach dem peinlichen Ausrutscher in Bristol steht die Mannschaft von Trainer Jose Mourinho in der Pflicht. Bloß nicht noch eine Niederlage, sonst brennt an Weihnachten der Baum. Trotz einer guten Hinrunde liegt ManU bereits 11 Punkte hinter dem überragenden Stadtrivalen Manchester City auf Platz zwei. Diesen gilt es gegenüber dem FC Chelsea zu verteidigen. Immerhin, Superstar Zlatan Ibrahimovic ist wieder zurück. Bei seinem Startelfdebüt nach langerVerletzungspause (Kreuzbandriss) glich er im Pokalspiel zum zwischenzeitlichen 1:1 aus, konnte allerdings die Niederlage (Treffer in der Nachspielzeit) nicht verhindern. Knipst der Schwede in Leicester erneut und findet langsam zurück zu alter Stärke?

Fehlende Spieler
Leicester: Robert Huth (Knöchel), Matty James (Achillessehne)
Man Utd: Marouane Fellaini (Knie), Eric Bailly (Sprunggelenk)

Resümee:
Leicester dürfte der Fight gegen City noch ordentlich in den Knochen stecken. ManU wird wohl kaum wieder mit einer besseren B-Elf auflaufen und mit allen Mitteln versuchen, die Pokal-Pleite vergessen zu machen.

TIPP-INFO LEICESTER – MANCHESTER UTD

Spielbeginn: 23. Dezember 2017, 20.45 Uhr
Stadion: King Power Stadium, Leicester
Premier League

Schon unsere neue Premier-League-Bühne ausprobiert? Dann mal los!

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Der deutsche Clasico zum Jahresabschluss

Wer einen dicken Kloß in der Hose hat, der kann nicht wirklich gut laufen. Wussten Sie schon? Ja, seit spätestens gestern wissen das nun auch die Dortmunder. Der neue Peter auf dem Trainerstuhl hatte den BVB nämlich mit einem fast lupenreinen Catenaccio ins Pokalspiel gegen die Bayern geschickt. Dreierkette, die Mittelfeld-Außen Schmelzer und Toljan fein am eigenen Sechzehner aufgestellt und die drei Zentralen mit ausgeprägt defensiver Ausrichtung. Signal der Gelb-Schwarzen: Schon beim Gedanken an die Offensiv-Power der Münchner schlottern uns die Knie. So spielten sie denn auch.

Während die Bayern die Nacht anscheinend mit den Fingern in der Steckdose verbracht hatten, wirkte Dortmund in der ersten Hälfte wie unter dem Einfluss einer OP-vorbereitenden Sedierung. Ach, die Herren Vidal, Ribery, Müller, Lewandowski, Sie suchen den Weg zu unserem Kollegen Bürki? Moment, wenn Sie uns einfach folgen würden … Toprak, Weigl, Bartra trabten freundlich nebenher, damit der FCB das Gebälk von Bürki und die nähere Umgebung unter Beschuss nehmen konnte. Zum Glück war zumindest der Kollege Bürki nicht so zuvorkommend und kriegte bei dieser gegnerischen Kanonade immer mal wieder Hand oder Fuß rechtzeitig hoch. Musste irgendwann schiefgehen, tat es auch. In der 12. köpfte Boateng gegen die Laufrichtung des Schweizers, drin das Ding. Der Meister presste weiter, und der BVB wackelte zum Erbarmen. Es sah wie ein Klassenunterschied aus.

Aber der Stöger ist ja kein heuriger Hase. Doofe Idee mit der Verriegelungstaktik, merkte er, holte in der 35. Minute Bartra runter, brachte Dahoud, damit es auch mal richtig nach vorn gehen kann. Und der Mahmoud machte tatsächlich Mut – aber erst mit Verzögerung. Wie der Müller vorher den Bürki in der 40. Minute noch zum 2:0 überschlenzte, das war gekonnt, und das war frech. Demoralisierend. Wie geprügelte Hunde schlichen die Dortmunder in die Kabine. Drops gelutscht, das dachte jeder. Und der Hoeneß und der Rummenigge strahlten selbstzufrieden auf der Tribüne.

Der alte Jupp hat es richtig drauf …

Dass der Jupp Heynckes ein großartiger Trainer ist, hat der letzte Stiesel gemerkt. Seine „rote Furie“ fauchte eine ganze Dreiviertelstunde, dass der Konkurrenz angst und bange werden konnte. Auch der internationalen. Links rannte und dribbelte der Ribery um einen neuen Vertrag, als hätte sich der Standesbeamte beim Geburtsdatum um mindestens fünf Jahre vertan. 34, unglaublich. Der will noch was, der will weiter dazugehören zur aktiven Bayern-Familie. Wohl auch den Soft Skills von Sir Jupp ist das zu verdanken, der den Ancelotti-Frust des Franzosen in Nichts aufgelöst hat. Stinksauer ging Ribery beim Austausch nach einer Stunde vom Feld – bis ihn der Heynckes mit strahlendem Gesicht in den Arm nahm. Der Menschenflüsterer.

… der Peter aber auch

Das kann der Stöger aber auch. In der Pause fand er die richtigen Worte, und seine Jungs kamen mit deutlich gestrafften Schultern zurück. Während die Bayern das Tempo drosselten, wuchsen Pulisic, Kagawa und Yarmolenko Flügel, naja, immerhin Flügelchen. Großes Kino war das noch nicht, man sah aber eine junge Mannschaft auf dem Weg der Gesundung. Und plötzlich bekamen die Twin Towers im FCB-Abwehrzentrum, Boateng und Süle, Schwierigkeiten mit den wuseligen Angreifern. Und der Kopfball-Anschluss von Yarmolenko in der 77. Minute – unverdient war er nicht. Und das scheinbar klare Spiel drohte tatsächlich noch zu kippen, ohne dass der BVB nun ein besonderes Feuerwerk abgebrannt hätte. Aber wenn der Isak in der Nachspielzeit getroffen hätte oder Boateng ihn ganz reingestolpert, wer weiß, was in der Verlängerung noch alles passiert wäre. Denn in den letzten zehn Minuten war der FC Bayern München platt.

Aber so kam alles, wie man erwarten musste. 2:1, Viertelfinale für den Meister. Heynckes wird sich weiter gegen die Avancen von Hoeneß um ein weiteres Jahr Vertrag wehren müssen, und der Stöger darf auf Verlängerung über den Sommer 2018 hinaus hoffen. Seine Maßnahmen greifen ja schon. Und er ist erst zwei Wochen an Bord. Und irgendwann sind auch Götze, Reus, Castro wieder dabei – und Aubameyang sowieso. Es wird besser. Und bleibt spannend.

Wir haben noch ein kleines Geschenk für euch: Ihr könnt ab sofort auf die Premier League, La Liga und Süper Lig tippen!
Na, wenn das mal nix ist. Schön den „Boxing Day“ in England tippen beispielsweise. Was gibts Besseres?

Ich mach mal direkt meine Tipps fertig.
Euer Karlo Nuntii

Bayern – Dortmund: Schlechter Zeitpunkt

Pokalsieger Dortmund warf den FCB in der vergangenen Saison im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Das nächste Aufeinandertreffen im Pokal wird aber wohl kaum ein Duell auf Augenhöhe werden. Dafür sind die Dortmunder noch zu angeschlagen und die Bayern zu selbstsicher.

Team-Tipps Bayern München
Die Bundesliga-Hinrunde ist gespielt und Bayern München schon wieder weit einteilt. Der Herbstmeister geht mit elf Punkten Vorsprung in die Winterpause. Doch auch unter Jupp Heynckes lief zuletzt nicht alles glatt: Ende November verloren die Bayern in Mönchengladbach – seitdem überzeugten sie nur selten über die Dauer eines gesamten Spiels.
Klar, das 3:1 über Paris war ein wichtiges Statement und die Leistung stimmte. In der Liga war hingegen schon ein bisschen wackliger zuletzt: Gegen Frankfurt, Köln und Stuttgart gelang dem Herbstmeister jeweils nur ein 1:0. Angesichts dieser Spiele wäre ein deutlicher Sieg über den BVB zum Abschluss des Jahres aus Bayern-Sicht das richtige Zeichen.

Team-Tipps Borussia Dortmund
Borussia Dortmund hat momentan wirklich Wichtigeres zu tun, als sich bereits im Achtelfinale mit dem FC Bayern München herumzuschlagen. Peter Stöger hat es immerhin geschafft, mit zwei Siegen zu starten. Der BVB kam nach acht Bundesligaspielen ohne Sieg zunächst in Mainz zu einem 2:0-Erfolg und legte gegen Hoffenheim auch beim Heimdebüt Stögers nach. Doch gerade das Match gegen die TSG offenbarte einmal mehr die großen Probleme, die Schwarz-Gelb in dieser Spielzeit hat. Erst durch ein spätes Tor konnten die Gastgeber eine Partie drehen, die ebenso in die andere Richtung hätte ausschlagen können.
Stöger verordnete seinem Team bisher eine defensivere und und weniger aggressive Herangehensweise als man es in Dortmund gewohnt ist. Das Muster der anrennenden Bayern und des konternden Gegenübers wird wohl auch in diesem Duell zu finden sein. Schade.

Fehlende Spieler
Bayern: Manuel Neuer (Mittelfußbruch), Arjen Robben (Ischiasnerv), Thiago (Muskelteilriss)
Dortmund: Erik Durm (Hüfte), Lukasz Piszczek (Knie), Sebastian Rode (Schambein), Gonzalo Castro (Außenbandriss), Marco Reus (Kreuzband), Mario Götze (Sprunggelenk), Maximilian Philipp (Knie)

Resümee
Die Münchner werden es sich nicht nehmen lassen, ihre Muskeln gegen den angeschlagenen Dauerrivalen ordentlich spielen zu lassen.

TIPP-INFO BAYERN – DORTMUND

Spielbeginn: 20. Dezember 2017, 20.45 Uhr
Stadion: Allianz-Arena, München
DFB-Pokal, Achtelfinale

Der letzte Pflichtspieltag in diesem Jahr in Deutschland ist für dich Pflichtprogramm! Räum mit deinen DFB-Pokal-Tipps nochmal richtig ab!

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Nürnberg – Wolfsburg: Lust auf schöne Bescherung

Als einziger Bundesligist hat der VfL Wolfsburg am Wochenende gegen das abgeschlagene Schlusslicht 1. FC Köln in der Hinrunde verloren. „Schlechter geht´s nicht“, polterte Wölfe-Torwart Koen Casteels nach der peinlichen 0:1-Schlappe und fordert von seinem Team mit einem Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale beim 1. FC Nürnberg (Dienstag, 20.45 Uhr) einen versöhnlichen Jahresabschluss. Der „Club“ möchte mit einer letzten Energieleistung noch für das perfekte Weihnachtsgeschenk sorgen.

Team-Tipps Nürnberg
„Wir haben natürlich Lust darauf weiterzukommen, aber Wolfsburg hat eine hohe Einzelspielerqualität“, sagt Trainer Michael Köllner, der damit den Gästen dezent die Favoritenrolle zuschiebt. Sein Team hingegen ist aktuell gut in Form, auch wenn mit dem 1:1 beim Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern der Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz verpasst wurde. Und die Beine sind, so Köllner, auch noch nicht müde. „Jeder ist noch in der Lage ein bärenstarkes Spiel rauszuhauen. Wir hoffen auf die Unterstützung unseres Publikums, denn normalerweise haben wir nicht den Hauch einer Chance“. Das klingt doch schwer nach Understatement.

Team-Tipps Wolfsburg
Die Niedersachsen kommen irgendwie nicht von der Stelle. Unter Trainer Martin Schmidt bleiben bislang die überzeugenden Ergebnisse aus. Bezeichnend: Mit 10 Unentschieden aus 17 Spielen sind die Wolfsburger die Remis-Könige der Liga. 19 Punkte, Platz 12 – für die hohen Ansprüche des VW-Klubs viel zu wenig. „Wir fangen erst an Fußball zu spielen, wenn wir zurückliegen“, schimpfte Torwart Casteels zuletzt. Eine konzentrierte Leistung von Beginn an sollte also her, sonst könnte es für den Pokalsieger von 2015 auch im Frankenland eng werden.

Fehlende Spieler
Nürnberg: Enis Alushi (Bandscheibe), Sebastian Kerk (Achillessehne), Dennis Lippert (Kreuzband), Adam Zrelak (Aufbautraining nach Mittelfußbruch), Miso Brecko (Kapselverletzung)
Wolfsburg: Jakub Blaszczykowski (Rückenprobleme), Ignacio Camacho (Knöchel-OP)

Resümee:
Top-Team aus Liga zwei gegen schwächelnden Erstligisten. Beste Voraussetzungen für einen klassischen Pokalfight.

TIPP-INFO NÜRNBERG – WOLFSBURG

Spielbeginn: 19. Dezember 2017, 20.45 Uhr
Stadion: Max-Morlock-Stadion, Nürnberg
DFB-Pokal Achtelfinale

Im DFB-Pokal gibts keine Gnade: Weiterkommen oder Rausfliegen! Wer beschert sich und seinen Fans ein schönes Weihnachtsfest?

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Der 17. Bundesliga-Spieltag im Rückpass: Last Christmas äh Minute

In den letzten Spielminuten vor der Winterpause haben die Mannschaften den Fans noch mal ordentlich Spannung geschenkt und wahrscheinlich so manchen Tippschein entweder überraschend noch gerettet oder komplett zerstört.

Fangen wir mit den Bayern – oder besser gesagt – mit den Stuttgarter an. Die haben sich für einen ordentlichen Auftritt gegen den Rekordmeister nicht belohnt und damit die vierte Partie in Folge verloren.

Dabei war das perfekte Drehbuch aus Sicht der Schwaben eigentlich schon geschrieben. In der fünften Minute der Nachspielzeit trat Akolo zum Elfmeter an, da Süle zuvor den Ball im Strafraum wegschlagen wollte, dabei aber das Leder verpasste und stattdessen Asacacibar traf. Doch Akolo scheiterte an seinen Nerven und schoss schwach, halbhoch und relativ mittig – und Ulreich, der 17 Jahre für den VfB spielte, hielt den Strafstoß.

Unter Heynckes entwickeln sich die Bayern in den letzten Spielen zu Minimalisten – es war der dritte 1:0-Sieg in Folge.

Dortmund bestraft Hoffenheimer Abwehrpatzer

Nicht in der Nachspielzeit, aber immerhin in der 89. Minute, bestrafte die Borussia aus Dortmund die TSG 1899 Hoffenheim für einen bösen Abwehrpatzer. Nach einem Pass von Kagawa ließ Zuber den für Pulisic gedachten Ball hindurchrutschen. Der US-Amerikaner bedankte sich mit einem technisch sehenswerten Treffer zum 2:1-Sieg.
Dieser war durchaus glücklich, da Hoffenheim über weite Strecken mindestens ebenbürtig war. Der neue BVB-Trainer Peter Stöger hat dem vielleicht neuen Trainer für nächsten Sommer also erst mal ein Schnippchen geschlagen.

Immer wieder Naldo

Die Schalker beendeten ihre starke Hinrunde mit einem Punktgewinn in allerletzter Sekunde. Und wieder war es Abwehrchef Naldo, der in der Nachspielzeit einen Punkt sicherte. Auch beim jetzt schon legendären 4:4 in Dortmund traf der Brasilianer zum vielumjubelten Ausgleich. Eintracht-Sportchef Fredi Bobic hatte den Schuldigen für die vergebene 2:0-Führung schnell ausgemacht. Es war die Stadionregie, die beim Zwischenstand von 2:0 die aktuelle Tabelle eingeblendet hatte, in der die Eintracht zu dem Zeitpunkt auf Platz drei lag. Ja, nee, is klar. Das hat die Mannschaft bestimmt total verunsichert.

Bremen verspielt Zwei-Tore-Führung

Die Werderaner standen nach dem Katastrophenstart unter Alexander Nouri am letzten Spieltag der Hinrunde kurz davor, Weihnachten nicht auf einem der drei Abstiegsränge zu verbringen. Aber da sie sich in der dritten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich einschenken ließen, heißt es: überwintern auf dem Relegationsplatz.

Augsburg mit Wahnsinns-Finish

Das Beste kommt zum Schluss. Die energiegeladenste Energieleistung schaffte an diesem Wochenende der FC Augsburg. Nachdem der FCA es gegen Freiburg fertiggebracht hatte, nach einer frühen 1:0-Führung in der 90. Minute mit 1:3 zurückzuliegen, hätte wohl niemand mehr mit einem Happy End aus Sicht der Heimmannschaft gerechnet. Doch zwei Kopfballtore von Finnbogason in der Nachspielzeit machten den Wahnsinn in Augsburg perfekt und rundeten den Last-Minute-Samstag formvollendet ab.

Weitere Wahnsinns-Finishes erwarten wir auch am Dienstag und Mittwoch im DFB-Pokal! Wie verabschieden sich die deutschen Teams vom Fußball-Jahr 2017?

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Hannover 96 – Bayer Leverkusen: Bayer will mehr

Leverkusen reist in beachtlicher Form nach Hannover und möchte eine bisher gelungene Hinrunde mit einem weiteren Sieg krönen. Die Gastgeber waren zuletzt nicht gerade mit tollen Ergebnissen gesegnet, schöpfen wegen ihrer Heimbilanz aber Hoffnung.

Team-Tipps Hannover 96
Hannover 96 geht als Aufsteiger mit mindestens 22 Punkten in die Rückrunde. Das ist die gute Nachricht für die Niedersachsen. Zuletzt wollte das mit den Ergebnissen aber nicht mehr so wirklich klappen. Vier der letzten sechs Partien gingen verloren, dazu konnte das auswärtsschwächste Team der Liga, Mitaufsteiger VfB Stuttgart, seinen bisher einzigen Punkt in fremden Stadien in Hannover holen. Einzig das 2:0 über Hoffenheim fiel zuletzt positiv auf. Obwohl die Roten mit den Leistungen der Hinrunde insgesamt zufrieden sein können, werden sie ganz froh sein, dass sie nun in die Winterpause dürfen.

Team-Tipps Bayer Leverkusen
Für Bayer Leverkusen kommt die Winterpause hingegen zum falschen Zeitpunkt: Seit mittlerweile zwölf Pflichtspielen ist man unbesiegt. Für diese Serie hat sich die Werkself inzwischen auch tabellarisch belohnt und steht vor dem abschließenden Spiel der Hinrunde auf dem vierten Tabellenplatz. Das bemerkenswerte am jüngsten Sieg gegen Werder Bremen war nicht die Dominanz, die das Team von Heiko Herrlich über beinahe 90 Minuten ausübte, sondern dass der Trainer inzwischen auch den Belastungen einer Englischen Woche Rechnung tragen kann, einige Spieler neu ins Team bringt und trotzdem ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erzielt.

Fehlende Spieler
Hannover: Felipe (Sehnenriss) Edgar Prib (Kreuzbandriss), Uffe Bech (Knie), Jonathas (Sehnenanriss)
Leverkusen: Wendell (rotgesperrt), Ramazan Özcan (Infekt), Charles Aránguiz (Muskelfaserriss)

Resümee
Nach den Leistungen der letzten Wochen ist es schwer vorstellbar, dass Leverkusen in Hannover verliert.

TIPP-INFO HANNOVER – LEVERKUSEN

Spielbeginn: 17. Dezember 2017, 15.30 Uhr
Stadion: HDI Arena, Hannover
Bundesliga, 17. Spieltag

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Bildquelle: imago